Porsche 356 Pre-A 1300 Gläser Cabrio mit Geteiltscheibe
vollrestauriert / schweizer Erstauslieferung / Geburtsurkunde vorhanden / erst 537 km
Preis auf Anfrage.
Technische Daten
| Kilometerstand | 537 km |
| Erstzulassung | 01.07.1951 |
| Baujahr | 1951 |
| Motor | 1.3L-4-Zylinder-Boxermotor (Viertakt) KD Motor 506 |
| Hubraum | 1.286 cm³ |
| Leistung | 32 kW / 44 PS bei 4200 1/min. |
| Max. Drehmoment | 81 Nm bei 2500 |
| Getriebe | 4-Gang-Getriebe mit Ringsynchronisierung |
| Antriebsart | Heckantrieb |
| Kraftstoffart | Benzin |
| Tankinhalt | 52 Liter |
| Werksinterne Bezeichnung | 356010 |
| Stückzahlen | 237 produzierte Exemplare |
| H-Kennzeichen | Ja |
| TÜV | neu bei Übergabe |
| Farbe | Fashion Gray (Farbcode 531) |
| Innenausstattung | Rosanil eknF 430 blau |
| Anzahl Sitzplätze | 2 |
| Anzahl der Türen | 2 |
Beschreibung
Porsche 356 Pre-A 1300 Gläser Cabrio mit Geteiltscheibe - vollrestauriert
Ein außergewöhnlich früher 356er mit Schweizer Geschichte
Der Porsche 356 zählt zu den bedeutendsten Sportwagen der deutschen Automobilgeschichte. Als erstes Serienmodell der Marke legte er den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute fortgeschrieben wird. Besonders die frühen Fahrzeuge der sogenannten Pre-A-Generation verkörpern den ursprünglichen Charakter des 356 und dokumentieren die Anfänge der Porsche-Sportwagenproduktion.
Unser 356/1300 Gläser Cabriolet aus dem Jahr 1951 gehört zu dieser frühen Modellgeneration. Seine elegante offene Karosserie, die charakteristische geteilte Windschutzscheibe und die harmonisch geschwungene Linienführung verleihen ihm jene unverwechselbare Erscheinung, die einen frühen Porsche 356 auszeichnet.
Die Fertigstellung des Fahrzeugs erfolgte laut vorliegendem Porsche-Werkszertifikat am 9. Juni 1951. Das Certificate of Authenticity dokumentiert zudem die ursprüngliche Fahrzeugkonfiguration mit der Außenfarbe Fashion Gray (Farbcode 531) und einer Innenausstattung in Rosanil (Farbcode 430 blau).
Eine besondere erste Besitzerin aus Zürich
Ines von Toenges aus Zürich bestellte im Jahr 1951 das Cabriolet über die AMAG Automobil- und Motoren AG in Zürich, die im April desselben Jahres die offizielle Porsche-Generalvertretung für die Schweiz übernommen hatte.
Ines von Toenges war nicht nur Unternehmerin, sondern auch eine erfinderisch tätige Dame, die unter anderem bereits am 25. Februar 1950 in der Schweiz eine eigene Entwicklung aus dem Bereich Spielzeug zum Patent angemeldet hatte. Die entsprechende Patentschrift wurde am 15. Februar 1952 unter der Schweizer Patentnummer CH280867A veröffentlicht.
Pierre Louis Clastres – ein Kaufmann aus der eleganten Welt von Montreux
Eine weitere Station in der frühen Schweizer Geschichte dieses Porsche 356 Gläser Cabriolets führt nach Montreux am Genfersee. Dort war das Fahrzeug ab dem 8. April 1952 auf Herrn Pierre Louis Clastres, geboren am 21. Mai 1916, zugelassen. Bis zum Halterwechsel im August 1956 gehörte das Cabriolet zu seinem automobilen Umfeld.
Der Name Clastres Montreux gehörte zur gehobenen Modewelt jener Zeit. Historische Geschäftsunterlagen dokumentieren Verbindungen zum französischen Textil- und Bekleidungsgewerbe. Ein besonders bemerkenswertes Zeugnis dieser Geschichte findet sich sogar heute noch in einer niederländischen Museumssammlung wieder: Zwei Krawatten aus den 1970er-Jahren werden dort unter der Bezeichnung „Clastres Montreux / Givenchy“ geführt.
Vor diesem Hintergrund erhält auch die Wahl des Automobils eine besondere Bedeutung. Mode, Formensprache und Design dürften für einen Kaufmann aus diesem Umfeld eine wesentliche Rolle gespielt haben. Dass seine Wahl damals nicht auf einen italienischen Sportwagen, sondern auf ein deutsches Porsche 356 Gläser Cabriolet fiel, lässt sich als Ausdruck eines ausgeprägten Sinns für eigenständige Gestaltung, handwerkliche Qualität und zeitlose Eleganz verstehen.
Gerade dieser Umstand ist bemerkenswert: Italienische Automobilhersteller waren bereits zu jener Zeit für ihre außergewöhnliche Formensprache und ihre gestalterisch raffinierten, begehrenswerten Sportwagen bekannt – ein Ruf, den italienisches Automobildesign bis heute genießt. Porsche hingegen war Anfang der 1950er-Jahre noch eine junge, vergleichsweise unbekannte Sportwagenmarke. Dennoch fiel seine Wahl auf Porsche – und damit auf einen damals noch weitgehend unentdeckten Namen im Sportwagenbau.
Arthur Guggenheim – ein Mechaniker aus Chernex bei Montreux
Eine weitere interessante Etappe in der frühen Schweizer Geschichte dieses außergewöhnlichen 356 Gläser Cabrio führt nach Chernex, einem oberhalb von Montreux gelegenen Ort mit Blick auf den Genfersee und die umliegende Berglandschaft.
Am 21. August 1956 wurde das Cabriolet auf Arthur Guggenheim, geboren am 16. August 1918, zugelassen. Guggenheim hatte zu diesem Zeitpunkt gerade seinen 38. Geburtstag gefeiert und sich dieses Fahrzeug geschenkt. Er war Betriebsleiter im technischen Bereich der 1884 gegründeten Schokoladenfabrik (Chocolats Séchaud) in Montreux. Die ehemalige Schokoladenfabrik Séchaud in Montreux war deutlich bedeutender, als ihre heutige Bekanntheit vermuten lässt. Besonders interessant ist, dass sie nicht nur hochwertige Schokolade herstellte, sondern auch eine bemerkenswerte technische Innovation entwickelte.
Bereits im Jahr 1913 entwickelte Chocolats Séchaud eine außergewöhnliche Schokoladenspezialität namens Crémor – eine feine Milchschokolade mit zartschmelzender, cremiger Pralinéfüllung. Die Herstellung solcher Köstlichkeiten war zur damaligen Zeit jedoch äußerst aufwendig, da das Befüllen der Schokolade ausschließlich von Hand erfolgte und entsprechend viel Zeit in Anspruch nahm.
Mit technischem Innovationsgeist und dem Anspruch, die Schokoladenherstellung grundlegend zu revolutionieren, gelang es dem Unternehmen im Laufe der Jahre, eine wegweisende Maschine zu konstruieren, die es erstmals ermöglichte, Schokolade kontinuierlich und vollautomatisch mit feinsten Füllungen zu versehen.
Damit schrieb Chocolats Séchaud Industriegeschichte und etablierte sich als weltweiter Pionier der maschinellen Schokoladenbefüllung. Diese technische Errungenschaft markierte einen bedeutenden Meilenstein in der modernen Schokoladenproduktion.
Eine zentrale Rolle spielte dabei Herr Guggenheim, der über mehrere Jahrzehnte hinweg für den technischen Zustand, die Wartung und die zuverlässige Funktionsfähigkeit der durch Wasserkraft angetriebenen Produktionsanlage verantwortlich war.
Der aktuelle Besitzer - ein Österreicher Privatier
Im Jahr 1996 gelangte das Cabriolet gemeinsam mit zwei weiteren Fahrzeugen in den Besitz seines heutigen Eigentümers. Dieser ist dafür bekannt, über die Jahre hinweg mehrere historische Automobile erworben und mit großem Aufwand restauriert zu haben. Auch der Porsche 356 Gläser wurde bereits mit dem Ziel erworben, ihn eines Tages vollständig und mit höchstem Qualitätsanspruch zu restaurieren. Da sich die Arbeiten an anderen Fahrzeugprojekten über längere Zeiträume erstreckten, sollte es jedoch bis 2015 dauern, ehe auch dieses besondere Cabriolet an die Reihe kam.
In diesem Jahr wurden die ersten umfangreichen Arbeiten an der Karosserie in Auftrag gegeben. Es folgte eine über mehrere Jahre angelegte, mit besonderer Sorgfalt ausgeführte Restaurierung, die Ende 2019 abgeschlossen wurde.
Wie außergewöhnlich hoch der Anspruch an die Ausführung war, zeigt sich unter anderem allein schon an der Lackierung:
Hierfür wurde das Fahrzeug bewusst einem zusätzlichen vollständigen Lackierdurchgang in Schwarz unterzogen. Diese schwarze Kontrolllackierung diente ausschließlich dazu, selbst feinste Unebenheiten und Unregelmäßigkeiten der Oberflächen sichtbar zu machen und vor der abschließenden Lackierung gezielt zu beseitigen.
Der damit verbundene zusätzliche Arbeits- und Kostenaufwand wurde vom heutigen Eigentümer ausdrücklich in Auftrag gegeben. Es verdeutlicht den hohen Qualitätsanspruch und die besondere Akribie, mit denen die Restaurierung durchgeführt wurde, um schließlich das gewünschte Ergebnis im ursprünglichen Porsche-Farbton Fashion Gray (531) zu erzielen.
Zusätzliche Hinweise zum Fahrzeug
Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist das bis heute erhaltene originale Becker Monza Mittelwellenradio. Da auf Mittelwelle inzwischen kaum noch Radiosender zu empfangen sind, wurde das Gerät fachgerecht überholt und behutsam um einen AUX-Anschluss erweitert. So bleibt die historische Optik vollständig erhalten, während sich auf Wunsch auch Musik aus einer modernen externen Quelle wiedergeben lässt.
Eine Besonderheit am Rande: Diese frühen Becker Monza Mittelwellenradios wurden in der entsprechenden Porsche-Ausführung lediglich von 1951 bis 1954 angeboten. Vollständig überholte Exemplare kosten heute bereits über 4.500 Euro – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welchen Stellenwert selbst die originalen Ausstattungsdetails dieser frühen Porsche-Fahrzeuge mittlerweile besitzen.
Laut FIVA (Federation internationale des Vehicules Anciens) ist das Fahrzeug in der Kategorie „Class-E“ einzuordnen. In diese Kategorie fallen alle jene Fahrzeuge, die ab 01.01.1946 bis 31.12.1960 produziert worden sind.
Fazit
Wer heute vor diesem Porsche 356 Gläser Cabriolet steht, begegnet einem Automobil aus einer Zeit, in der Porsche noch ganz am Anfang seiner Entwicklung stand. Gerade die schlichte Eleganz, die feinen Proportionen und der unverwechselbare Charakter dieser frühen Fahrzeuge machen ihren besonderen Reiz aus. Mehr als sieben Jahrzehnte nach seiner Entstehung hat dieses Cabriolet nichts von jener Faszination verloren, die einen klassischen Sportwagen zu einem begehrenswerten Stück Automobilgeschichte macht.
Die außergewöhnliche Seltenheit dieses Porsche 356 Gläser Cabriolets wird bereits durch seine geringen Produktionszahlen deutlich. Zwischen 1950 und 1952 entstanden bei Gläser in Ullersricht bei Weiden lediglich rund 237 Cabriolets für Porsche, bevor die Fertigung eingestellt wurde.
Noch bemerkenswerter ist die geringe Zahl der bis heute erhaltenen Fahrzeuge. Bereits 2010 berichtete die Süddeutsche Zeitung von nur etwa 20 verbliebenen Exemplaren. Das international renommierte Auktionshaus RM Sotheby’s ging 2023 von weniger als 30 erhaltenen Gläser-Cabriolets weltweit aus.
Das hier vorgestellte Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1951 und gehört mit seiner charakteristischen geteilten Frontscheibe zu den besonders frühen Ausführungen dieser ohnehin äußerst seltenen Karosserievariante. Von 1952-1955 bekamen die Porsche 356 dann die sogenannte einteilige Knickscheibe verbaut.
Fahrzeugbesichtigung
Wir bieten jedem Interessenten die Möglichkeit, dieses Fahrzeug mithilfe eines selbst beauftragten Fachmanns oder Sachverständigen zu prüfen. Des Weiteren befindet sich in unserem Gebäude auch eine DEKRA-Prüfstelle, welche unabhängig beauftragt und zur Überprüfung genutzt werden kann.
Weiteres
Alle unsere Angebote sind freibleibend, unverbindlich und ohne Gewähr. Irrtümer, Änderungen und Zwischenverkäufe vorbehalten. Trotz größter Sorgfalt sind Fehler im Inserat nicht ausgeschlossen. Das Fahrzeug ist noch zugelassen und wird im Auftrag des Eigentümers verkauft. Das Fahrzeug kann jederzeit auf der Hochdahler Str. 126 in 42781 Haan besichtigt werden. Aufgeführte Ausstattungen sind gegebenenfalls hier vor Ort gesondert zu prüfen.


